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Bildbetrachtung zum Jahreslosungsmotiv 2018

Gott spricht:
Ich will dem Durstigen geben
von der Quelle des lebendigen Wassers
umsonst. (Offenbarung 21,6)

 

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Bildbetrachtung:

„Bilder sind Geschmackssache“, so schießt es mir durch den Kopf, als ich die beiden veröffentlichten Werke von Ulrike Wilke-Müller zur Jahreslosung 2018 sehe. Version 1 (rechtes Bild) gefällt mir auf den ersten Blick besser. Aber Version 2 (linkes Bild), um die es hier geht, lässt mir gleich das Wasser im Mund zusammenlaufen: angesichts der wunderbar leuchtenden Orange, die mir sofort ins Auge springt. Oder ist das gar keine Apfelsine? Meine Neugier ist jedenfalls geweckt.

Ich betrachte das Bild eine Weile und frage mich, ob ich mich in ihm irgendwo verorten und wiederfinden kann. Dabei bleibe ich zunächst an seinem unteren Rand hängen und denke: „Am ehesten wohl dort!“ Eine der hier sichtbaren neun Pflänzchen könnte ich sein. Alle gehören offenbar zur selben Art, auch wenn sie nicht vollkommen gleich sind. Sie sind alle auf reichlich dünnen Stängeln in der Erde verwurzelt. Ein kräftiger Windstoß mag genügen, um sie ins Wanken zu bringen. Und da ist ja durchaus auch manch kleinerer oder größerer Knick an den Halmen zu entdecken. Es geht im Leben eben nicht ohne Brüche und Blessuren ab. Und manchmal wird es auch richtiggehend schwierig. Da gleicht der Boden, auf dem man/frau steht, einer trockenen Sandwüste, so wie die Hintergrundfarbe der unteren Bildhälfte es erahnen lässt. Damit dann überhaupt noch etwas wird, mir der Lebensmut nicht vertrocknet und die Zuversicht nicht erstirbt, braucht es zweierlei, was die Pflanze sich nicht selbst geben kann, nämlich: Wasser und Licht.

Beides findet sich in der Mitte und im oberen Teil des Bildes reichlich. Und die Pflanzen am Boden strecken sich in dieser Richtung aus oder sind auf dem Weg dahin, es zu tun. Sie sehnen sich nach Kraft und Leben. Sie sind durstig nach Licht und Wasser. Und das wird nun von der Mitte her kräftig ausgeteilt. Da sind keine Schirme, die das Licht zurückhalten. Das sind keine Dämme und Barrieren, die das Wasser daran hindern würden zu fließen. Beides kann sich in Fülle seinen Weg bahnen. Umsonst. Das heißt nicht: vergeblich. Nein! Das Wasser (und das Licht) kann sein Ziel erreichen, sein Werk tun. Ganz umsonst. Das heißt auch nicht, dass es nichts gekostet hätte. Aber frei wird hier gegeben, was lebens-not-wendig ist. Ohne Gegenleistung darf man es empfangen. Ganz so, wie Jesus es in der Bergpredigt festhält, wenn er sagt: Der Vater im Himmel lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte. (Matthäus 5,45).

Überhaupt: Jesus! Der kommt mir nun mehr und mehr in den Sinn, im Blick auf die Mitte des Bildes. Gott, der Vater und Schöpfer, hatte ja zwar schon lange vor Jesu Kommen auf die Erde bezeugt, dass er die Welt nicht verloren gibt – etwa, als er zu Noahs Zeiten seinen Bogen in die Wolken setzte (1. Mose 9). Dessen schillernde Farben erkenne ich rund um den orangen Ball ebenfalls. Wo Wasser und Licht zusammenkommen, wird dieses Hoffnungszeichen ja auch bis heute immer wieder sichtbar.

Aber Christus, der Retter und Sohn Gottes, er sagt ja nun gerade von sich selbst, dass er die lebensspendende Licht- und Wasserquelle in Person ist, wenn er spricht: Ich bin das LICHT der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Johannes 8,12) Und: Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! (Johannes 7,37) Denn: Wer von dem WASSER trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine QUELLE des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt. (Johannes 4,14)

So verbindet ER, Jesus, Himmel und Erde, die beiden Hälften des Bildes. Sein Kreuz, hell und weiß aus der Mitte der orangen Sonne entspringend, hält beides zusammen. Wasserfontänen gleich spitzt und strahlt es selbst noch über den Bildrand hinaus.

Ich bleibe an der Farbe des Kreuzes hängen. Und erneut kommt mir auch mein erster Gedanke in den Sinn, eine saftig, fruchtige Orange auf dem Bild zu sehen. Beides, so denke ich jetzt, lässt sich gut verbinden. Die ungewöhnliche Kreuzfarbe und das kräftige Orange sind weitere Erinnerungen daran, dass diese helle Fülle nicht umsonst im Sinne von kostenlos zu haben war:

  • Das Kreuz war zunächst schwarz, dunkel und schwer. Jesu Leiden und Sterben in der Finsternis von Golgatha war ein übergroßes Liebesopfer. Seine ewige Kraft strahlt erst von Ostern her auf.
  • In ähnlicher Weise erhält eine Apfelsine ihre leuchtend orangene Farbe auch erst durch kalte, dunkle Nächte. Eigentlich ist die Orange nämlich nicht orange, sondern grün. Doch bittere Kälte verwandelt sie nach und nach in ihre uns bekannte Gestalt.

Das Leben, das frei und reich aus der Mitte entspringt, ist also über alles wertvoll, es hat unendlich viel gekostet!

Mit diesen Gedanken kehre ich von dem alles bestimmenden Kreis in der Mitte, von Orange, Sonne, Licht und Wasserquelle zurück zum Boden. Die vierte Pflanze von links gefällt mir besonders. In der möchte ich mich wiederfinden. Denn zwischen den beiden großen Blättern ist bei ihr noch ein dritter, kleiner Spross zu entdecken. Da ist etwas am Werden. Da soll sich noch was entwickeln in meinem Leben, auch 2018. Blüten und Früchte tragen die neun Keimlinge ja noch nicht. Aber: Das kann ja noch kommen. Nicht aus ihnen heraus. Aber aus dem Strom von Wasser und dem hellen, warmen Licht in der Mitte her soll es sehr wohl geschehen. Jeder pralle Wassertropfen, der uns trifft, jedes Wort Gottes, das seine Kraft in sich trägt und sein Licht widerspiegelt, stärkt unseren Glauben und lässt uns wachsen. Unser „Vitamin C“ heißt Christus. Er ist der Herr des Himmels und der Erde. Er ist die Sonne dieser und der zukünftigen Welt. Er hat mich zu Gottes Kind gemacht durch das Wasser der Taufe. Er stillt meinen Durst nach Leben.

Nach dieser Quelle und diesem Licht will ich mich ausstrecken, auch im neuen Jahr. Durch die Kraft des Geistes Gottes gestärkt, möchte ich so mehr und mehr über mich hinauswachsen, bis in den Himmel hinein, blühen und Frucht bringen, Gott zur Ehre und ihm und anderen zur Freude. Nicht für mich allein will ich das tun, sondern mit anderen zusammen, auf Gottes Acker, in seiner Gemeinde und Kirche. Ein solches Leben aus Gott, selbst in Wüstenzeiten, ist ein Geschenk, das ich dankbar jeden neuen Tag entgegennehmen darf – und das sich irgendwann (so ist es Gottes festes Versprechen) in noch etwas Größeres verwandeln wird, am Ende der Zeit, wenn das ewige Leben bei ihm in Herrlichkeit beginnt.

Ich schaue ein letztes Mal auf die Sonnen-Orange und den strahlend hellen Fleck im Zentrum des Kreuzes und auf einmal kommt mir der große Kreis wie eine Öffnung vor, wie ein Guckloch, das mir den Blick in eine andere, neue, kommende Welt auftut, an einen Ort, an dem alle Tränen trocknen und aller Durst ein für alle Mal gestillt werden wird, nach dieser Zeit, bei unserm Gott, in seinem Licht, in seiner Gegenwart. Was für eine tröstliche, Mut machende Perspektive!

„Bilder sind Geschmackssache“, ja. Das gilt auch für die beiden zur Jahreslosung 2018 von Ulrike Wilke-Müller. Version 1 macht sich vermutlich besser an der Wohnzimmerwand. Das Bild fügt sich ein und eckt nicht an. Vielleicht übersieht man seine Botschaft dadurch aber auch schneller. Version 2 hingegen fordert heraus und lässt die Gedanken sprudeln. So mag es helfen, dass mir ein wichtiges, großes Wort Gottes immer wieder neu zum Begleiter wird, damit es mich tröstet und stärkt – und ausrichtet auf Jesus Christus und Gottes kommende Welt, dass sie mein Leben prägen.

 

(Bildbetrachtung von Pastor Helge Dittmer aus Kiel,
Quelle: www.GemeindebriefHelfer.de)


Diese Bildbetrachtung darf für kirchliche Zwecke und zum Abdruck in Ihrem Gemeindebrief unter Angabe der Quelle verwendet werden.

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Jahreslosung 2018_Bildbetrachtung

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